Bianca Herlo

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CV & Ansatz:

Geboren mitten im Sommer, mitten in der Diktatur, mittendrin zwischen den
Fronten: K. u. K. und Balkan, deutsche Mutter und rumänischer Vater. Hunger-, widerstands- und aufstandserprobt.
Von Gegensätzen geprägt, vom Dazwischen fasziniert: So bewege ich mich möglichst an den Schnittstellen zwischen Kulturen als Emotions- und Denkräume und Kulturen des Denkens, Artikulierens und Gestaltens, als Interface-Akteurin.
Die Expertise im Zusammenführen von Theorie und Praxis – als Qualifizierung für die Praxis und die
wissenschaftliche Vertiefung – habe ich im Studium der GWK an der UdK Berlin erworben,
im Kulturmanagement vertieft und in der Mediengestaltung oder in Medienforschungsprojekten zur Anwendung gebracht.
Derzeit bin ich Managerin der
Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF) und Promotionsstudentin an der UdK Berlin (Thema: Erinnern und Erzählen im biografischen Dokumentarfilm); davor leitete ich als
Kulturmanagerin der Robert Bosch Stiftung das Deutsche Kulturzentrum Sibiu/Hermannstadt und gründete
*.ARTLABS - für Kunst, Design und Technologie mit, das erste medialab in Rumänien. Erfahrungen als Lehrbeauftragte am Institut für zeitbasierte Medien der UdK Berlin oder als freiberufliche Mediengestalterin in den Bereichen Film/Video haben die Vorlagen geliefert.
Projekte/Auswahl:
::: Berliner Designstudie
Autorin, Projektkoordinatorin
Im April 2010 hat der Berliner Senat für Wirtschaft, Technologie und Frauen die Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung e. V. (DGTF) beauftragt, eine Potenzialanalyse der Berliner Designbranche zu erarbeiten. Wir haben die Studie als Designprojekt begriffen und wählten dafür einen mehrstufigen qualitativen Forschungsansatz. Gemeinsam mit Designakteurinnen und -akteuren haben wir eine Plattform geschaffen, auf der Teilnehmende ihre Einschätzungen und Erfahrungen direkt einfließen lassen konnten.
Mit dieser Analyse wurde die Argumentationsgrundlage für eine kohärente Designstrategie für Berlin geschaffen werden.
Autoren/-innen: Dr. Bastian Lange (Multiplicities-Berlin), Bianca Herlo (DGTF), Birgit Bauer (designkritik.dk) und Inga Wellmann (Multiplicities-Berlin).
Beirat: Prof. Dr. Gesche Joost (Vorsitzende der DGTF), Prof. Kora Kimpel (DGTF)
::: Dissertationsprojekt
"Erinnern und Erzählen im biografischen Dokumentarfilm"
Promotionsstudentin an der UdK Berlin
Die laufende Dissertation mit dem Arbeitstitel ›Erinnern und Erzählen im biografischen
Dokumentarfilm. Lebensläufe und Porträts gewöhnlicher Menschen‹ zielt darauf ab, die
dokumentarfilmische Behandlung individueller Erinnerungen bei der Rekonstruktion und
Darstellung von Biografien herauszuarbeiten. Gegenstand der Arbeit ist eine Subgattung des
Dokumentarfilms, die ich heuristisch als biografischen Erzählfilm bezeichne.
Welche Geschichte(n) produzieren biografische Erzählfilme, welcher Rhetoriken bedienen sie sich und welche
Auswirkungen auf unsere Vorstellungen von Geschichte hat dies zur Folge? Gestützt auf solche
Fragen, richte ich mein Hauptaugenmerk auf das ’Sich-Erinnern und im Erzählen zur Darstellung bringen‘, wobei Aspekte
des Narrativen und Performativen im Vordergrund stehen.
Ziel ist es, ein Beschreibungsmodell für die zu untersuchenden Filmtexte zu finden,
das ihre formale Entwicklung systematisch erfassen soll, sowie
eine Untersuchung zu vollziehen, die das Gefüge von Theorie und
Praxis als Einheit begreift, als Beitrag zur Theorie des Dokumentarfilms.
Erstbetreuer: Prof. Dr. Wolfgang Ruppert
::: *.artlabs - für Kunst, Design und Technologie
Mitgründerin, Leiterin
Gegründet 2007 in Sibiu hat *.artlabs als erstes Medialab in Rumänien gezielt den design- und medienaffinen Nachwuchs gefördert. Als Brutstätte mit Workshops und Seminaren, Artists-in-Residency-Programmen und international ausgerichteten Ausstellungen hat *.artlabs vor allem für eine zeitgenössische technologische Infrastruktur und internationalen Austausch gesorgt.
Unter der Schirmherrschaft von Susanne Kastner, der damaligen Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Robert Bosch Stiftung konnte die Finanzierung gesichert werden; der Beirat mit Prof. Joachim Sauter und Prof. Rebecca Allen u.a. sorgte für hervorragende Partnerschaften, die Stadt Sibiu stellte die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung und für die Renovierung kamen der Deutsche Wirtschaftsklub Sibiu und Continental auf.
Gründer/-innen: Bianca Herlo, Hannes Nehls;
Künstlerische Leitung: Hannes Nehls; Team: Andreea Ciortea, Laura Balomiri, Cristi Ganescu, Stephan Jammer, Adi Oprea u.a.
Fotos:
→ HIER oder auf
→ Flickr

Pressestimmen:
"Im Februar legte die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums
dem Bürgermeister das Konzept für eine »Brutstätte medienkünstlerischer Kultur« vor, schon drei
Tage später bekundete er seine Unterstützung. Schnell wurden Sponsoren gefunden, ein altes
Heizwerk hergerichtet, vier Monate später wurde die Eröffnung gefeiert."
(
→ Thomas Trappe, Frankfurter Allgemeine Zeitung/Sonntagszeitung vom 28.12.2007)
"Die Kulturmanagerin Herlo ist einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Sie suchte einen Ort, an dem in Sibiu keiner Kultur
vermutet hätte. In einer stillgelegten Heizzentrale zwischen tristen Wohnblocks eröffnete sie ein Experimentierlabor für Neue
Medien, das die Anwohner des Viertels jetzt mit Kunst versorgt. Das Kulturhauptstadtjahr machte den Weg frei."
(
→ Annett Müller, Märkische Allgemeine, 12.2007)
::: Kulturmanagerin der Robert Bosch Stiftung
Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Sibiu
2005-2008 habe ich ein vom Auswärtigen Amt und von der Robert Bosch Stiftung finanziertes Deutsches Kulturzentrum in Sibiu/Rumänien geleitet. In enger Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen der Stadt, mit den Auslandsvertretungen sowie dem Bukarester Goethe-Institut galt es, das Kulturprogramm auf eine Öffnung hin zu aktuellen Strömungen zu lenken und mit über 30 einzelnen Projekten im Jahr den interkulturellen Austausch zu fördern.
Im Jahr 2007, als Sibiu Europäische Kulturhauptstadt war, entwickelte sich das Kulturzentrum zum internationalen Angelpunkt innovativer künstlerischer Projekte und konnte damit junge Kulturschaffende auch langfristig in Kunst- und Kulturprogramme einbinden.
Programmschwerpunkte: Interaction Design, Film und Neue Medien.
Förderer: Auswärtiges Amt der BRD, Robert Bosch Stiftung, Goethe-Institut
Über Sibiu und meine Arbeit vor Ort: "Das Deutsche Kulturzentrum, gefördert vom Auswärtigen Amt und der Robert-Bosch-Stiftung, hat sich unter ihrer Ägide zu einem Treffpunkt der Kreativen entwickelt. Was die Zusammenarbeit von Künstlern und Kulturvertretern der verschiedenen Bevölkerungsgruppen angeht, ist es ein Modell."
→ National Geographic Deutschland (von Tanja Dückers)
::: Dokumentarfilm "Trotz Alledem - Formen von Resilienz", DVD 2007
Regisseurin
Ein Film von Satuila Stierlin und Bianca Herlo mit Stefan Felsenthal, Margit Siebner und Fletcher DuBois. Drei Schicksale, drei Lebenswege, drei Persönlichkeiten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Ob es sich um das Überleben des Holocaust, den Kampf um Anerkennung von Homosexualität, eine progressive Krankheit oder den Tod einer nahestehenden Person handelt, sie alle verbindet eines: die Fähigkeit, seelische Schocks und traumatische Erfahrungen zu überwinden. Doch wie? TROTZ ALLEDEM ist ein bewegender Dokumentarfilm über Widerstandskraft und Lebenswillen.
"Es entsteht eine besondere Intimität zwischen Zuschauer und ErzählerIn. Trotz professioneller Aufbereitung wird auf jeden ›filmischen‹ Effekt verzichtet, so dass überhaupt keine Künstlichkeit entsteht. Man hat das Gefühl, als bekomme man die Geschichten persönlich erzählt." (Tom Levold, Köln)
Der Dokumentarfilm wird überwiegend für Lehrzwecke in Psychologieseminaren und bei Therapiekongressen eingesetzt. Bestellungen hier:
info@kongressbuchhandlung.de
Idee, Interviews, Produktion: Satuila Stierlin
Regie, Kamera, Schnitt: Bianca Herlo
::: Reinventing the Wheel. Art Trafic Mobility | Artists in Residency
Kuratorin, Projektleiterin
Die künstlerische Auseinandersetzung mit Mobilitäskonzepten und das Verhältnis zwischen
Kunstpraxen, Design und der Produktion von Mobilität sind stark von Begriffen der
Nachhaltigkeit und Koexistenz geprägt. Die Notwendigkeit, aber auch der Spaß an der
Entwicklung von alternativen Konzepten bezüglich der Mobilität im stätdischen Bereich
brachten Medienkünstler/-innen und Designer/-innen in *.artlabs Sibiu zusammen, um Arbeiten und Konzepte zu entwickeln. Artists:
Niklas Roy,
Myriel Milicevic & Hans Kadel, Jessica Thompson,
Hannes Nehls, Timm-Oliver
Wilks, Paul Popescu
→ Remote Controlled Walking Ladder
→ Autohonk - Automatically honking car
"Auch bei der Vernissage war schon beim ersten Schritt durch die Tür klar, dass alles anders ist als in den herkömmlichen Kunst-Räumen der Stadt. Da lässt einer die laufende Leiter von Roy per Joystick durch die Hallen spazieren, während ein anderer bei der Umfrage zur Luftverschmutzung kontra Lastwagenverkehr von Milicevic und Kadel mitmacht und dabei fast über ein ferngesteuertes Pissoir stolpert, das gerade einem aus dem Auspuff qualmenden Radfahrer zum Ausweichen gezwungen hat." (
→ Jakob Horstmann, Wer will mitspielen, 12.2007)
::: Reviewing the medium - Interactivity | Ausstellung, Workshops, Symposium
Co-Kuratorin, Projektleiterin
Ein Projekt im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Sibiu/Hermannstadt 2007
Die Ausstellungsreihe thematisierte anhand der Themenschwerpunkte Interaktivität und Konnektivität den Paradigmenwechsel im künstlerischen Arbeiten durch digitale Technologien. Über Workshops u. a. ermöglichte sie den Austausch und förderte vor allem die Anbindung der jungen Generation aus Rumänien an die aktuelle internationale Medienkunstszene.
Mit Arbeiten von: Ralph Ammer & Stefan Sagmeister, Jing He, Monika Hoinkins, Richard The, Andreas Schuster, Niklas Roy, Susigames, Ole Ciliox.
Workshopleiter: Hannes Nehls/*.artlabs, Matthew Karau/DistanceLab
→ Artikel zur Eröffnung von *.artlabs mit »Interactivity«
Mehr Projekte:
Coming soon
Sonstiges:
::: Lili Gestalterinnen-Preis
Preisträgerin
Herausragende Abschlussarbeiten von Absolventinnen, Meisterschülerinnen und Diplomandinnen der Universität
der Künste Berlin werden jührlich mit dem lili-Preis ausgezeichnet. Ziel des Preises ist die Förderung von Frauen als Nachwuchsgestalterinnen und damit auch ihr Eintritt in die akademische Lehre.
→ Interview in der Publikation "Acht Mal Lili" 2011
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© Bianca Herlo 2011